Zu den Besonderheiten dieser Zeit gehört eine, über die kaum gesprochen wird. Zugegeben: Zwischen all den Pulvermühlen wirkt sie nebensächlich, wie eine Mascletà, die einst Morrissey in Valencia um den Schlaf brachte – nur eben weltweit. Man sieht Gastronomen, die fieberhaft um Bewertungen und Kommentare werben – positive natürlich. „Kommen Sie, bezahlen Sie und schreiben Sie anschließend, wie gut wir sind, vergessen Sie es nicht“, sagen ihre Augenringe. Fast verbringen sie mehr Zeit damit als mit Kochen und Bedienen. Unter den vielen Apps zur Dokumentation der Experiencia werden die Millionen Sternchen von Google immer imperialer. Wir verteilen sie in dem Glauben, mit dieser kleinen Geste die Welt gerechter zu machen. Von 1 bis 5; die 0 wäre feo. Bemerkenswert ist jedoch etwas anderes: Auf dieser Plattform verfallen Bewertungen nicht. Michelin und Gault Millau vergeben jedes Jahr neu ihre Urteile. Wechselt dagegen ein hervorragend bewertetes Lokal den Besitzer und beginnt plötzlich das Grauen, bleibt sein Ruf noch lange bestehen. Im googleianischen System spiegeln sich die Unwürdigkeiten erst langsam wider, während die Flöte weiter arglose Besucher anlockt. Wird so Qualität belohnt – oder eher Größe und Ausdauer? Der Wettlauf wird endlos, als wären Burrata-Salat, Bulgogi oder Merluza en salsa verde klassische Kunstwerke, unveränderlich über die Zeiten hinweg, als hätten weder Hände noch Zutaten etwas mit ihnen zu tun. Der Leser wird sagen: Vergessen Sie solche Sorgen. Wahrscheinlich hat er recht. Und doch wissen wir alle, auch wenn wir selten daran denken, dass Google längst mehr als ein Monopol ist. Es ist das Zweite des Tages, zwischen dem Öffnen der Augen und. Es ist bereits der Name, den wir uns selbst geben: Alphabet.
Kommentare